Relaunch & Umzug
Domain umziehen ohne E-Mail-Ausfall: die DNS-Checkliste.
Domain umziehen ohne E-Mail-Ausfall: welche DNS-Einträge Sie mitnehmen müssen (MX, SPF, DKIM, DMARC), wann Sie die TTL senken und in welcher Reihenfolge.
- Veröffentlicht
- 7. Oktober 2026
- Lesezeit
- 5 Minuten
- Autor
- Enver Eser
Website und E-Mail hängen an derselben Domain, aber an verschiedenen Einträgen. Wer beim Umzug nur an die Website denkt, merkt den Fehler oft erst Tage später: Kunden schreiben, die Antwort kommt nicht an, und Mails aus dem Kontaktformular landen im Nichts.
Das DNS (Domain Name System) ist das Verzeichnis, das zu einem Namen wie wemodo.de sagt, wo die Website liegt und welcher Server Mails annimmt. Die Einträge dazu verwaltet der Anbieter, bei dem die Nameserver Ihrer Domain liegen. Zieht die Domain um, zieht dieses Verzeichnis mit, und es muss beim neuen Anbieter vollständig sein.
Welche DNS-Einträge muss ich beim Umzug mitnehmen?
Alle. Auch die, deren Zweck Sie nicht kennen. Ein Eintrag, der heute unnötig aussieht, bestätigt oft einen Dienst, den Sie täglich nutzen. Die Tabelle zeigt die üblichen Arten und was passiert, wenn einer fehlt.
| Eintrag | Wofür | Was passiert, wenn er fehlt |
|---|---|---|
| A / AAAA | Adresse des Servers, auf dem die Website liegt | Die Website ist unter der Domain nicht erreichbar |
| CNAME | Verweis eines Namens auf einen anderen, etwa www oder eine Subdomain wie portal | Diese Adresse ist nicht erreichbar, obwohl die Hauptseite läuft |
| MX | Welcher Server Mails für Ihre Domain annimmt | Mails an Ihre Adressen kommen nicht bei Ihrem Postfach an |
| TXT mit SPF | Welche Server im Namen Ihrer Domain senden dürfen | Empfänger können Ihre Mails nicht zuordnen, sie landen eher im Spam oder werden abgelehnt |
| DKIM (TXT oder CNAME) | Schlüssel, mit dem Empfänger die Signatur Ihrer Mails prüfen | Die Signatur ist nicht prüfbar. Mit einer strengen DMARC-Regel werden Mails abgewiesen |
| TXT unter _dmarc | Was Empfänger mit Mails tun sollen, die SPF und DKIM nicht bestehen | Empfänger haben keine Vorgabe, Fälschungen in Ihrem Namen fallen schwerer auf |
| TXT zur Verifizierung | Nachweis gegenüber Diensten wie Mail-Anbieter, Newsletter-Dienst oder Google | Der Dienst kann die Domain nicht mehr bestätigen und schränkt Funktionen ein |
Warum DMARC mit „p=reject“ den Umzug heikler macht
DMARC ist eine Regel im DNS, die Empfängern sagt, wie sie mit Mails umgehen sollen, die angeblich von Ihrer Domain kommen. Eine Mail besteht die Prüfung, wenn SPF oder DKIM für Ihre Domain gültig ist. Mit „p=reject“ bitten Sie Empfänger, alle anderen abzulehnen.
Das schützt vor Fälschungen. Es heißt aber auch: Fehlt nach dem Umzug ein DKIM-Schlüssel und deckt SPF den sendenden Dienst nicht ab, werden echte Mails abgewiesen. Die Ablehnung passiert beim Empfänger. Bei Mails, die ein Versanddienst für Sie verschickt, etwa aus dem Kontaktformular, bemerken Sie davon oft nichts.
Die Bestandsliste für wemodo.de
Für den Umzug von wemodo.de zu Cloudflare habe ich alle Einträge beim bisherigen Anbieter abgeschrieben. Die Arten zeigen gut, wie viel an einer kleinen Domain hängt:
- A-Einträge für die Website und ein CNAME für www.
- Drei MX-Einträge für den Mail-Anbieter Zoho, mit unterschiedlicher Priorität.
- Ein SPF-Eintrag, der Zoho als Absender erlaubt.
- Verifizierungs-Einträge für Zoho und für Brevo, den Dienst, über den Formular- und Portal-Mails verschickt werden.
- Drei DKIM-Schlüssel: einer als TXT für Zoho, zwei als CNAME für Brevo.
- Eine DMARC-Regel mit „p=reject“.
- Ein CNAME für portal.wemodo.de, die Adresse des Kundenportals.
Zwei Einträge davon sind die klassischen Stolpersteine. Die DKIM-Schlüssel von Brevo liegen unter eigenen Namen wie brevo1._domainkey. Fehlen sie, scheitern wegen der strengen DMARC-Regel genau die Mails, auf die es ankommt: Anfragen aus dem Kontaktformular, Einladungen und Passwort-Links aus dem Portal. Und fehlt der CNAME für portal, ist das Kundenportal nach dem Umzug nicht erreichbar, obwohl auf der Website alles stimmt.
Cloudflare liest beim Anlegen einer Domain die bestehenden Einträge automatisch ein. Laut eigener Dokumentation findet dieser Scan aber nicht garantiert alle Einträge, die Liste muss geprüft werden. Einträge unter Namen wie brevo1._domainkey kann ein Scan nur finden, wenn er weiß, wonach er sucht. Deshalb vergleiche ich Eintrag für Eintrag gegen die eigene Liste.
In welcher Reihenfolge zieht man eine Domain um?
- Bestandsliste anlegen: alle Einträge beim bisherigen Anbieter abschreiben oder exportieren, einschließlich aller Subdomains.
- TTL senken. Die TTL (Time to Live) legt fest, wie lange andere Server einen Eintrag zwischenspeichern. Senken Sie sie mindestens so lange vor dem Umzug, wie der bisherige Wert beträgt, also bei 24 Stunden einen Tag vorher.
- Beim neuen Anbieter alle Einträge anlegen und Zeile für Zeile gegen die Liste prüfen.
- Ist DNSSEC aktiv, es vor dem Wechsel beim Registrar abschalten. Cloudflare warnt, dass die Domain sonst unerreichbar werden kann. Danach lässt es sich wieder einschalten.
- Nameserver beim Registrar auf den neuen Anbieter umstellen. Laut Cloudflare kann das bis zu 24 Stunden dauern.
- Prüfen: Website mit und ohne www, jede Subdomain, eine Mail von außen an Ihre Adresse, eine Mail von Ihrer Adresse nach außen, das Kontaktformular.
- Den alten Anbieter erst kündigen, wenn alles mindestens einige Tage läuft.
Für die Prüfung der ausgehenden Mail öffnen Sie bei der empfangenen Nachricht die Kopfzeilen (in vielen Programmen „Original anzeigen“). Dort steht, ob SPF, DKIM und DMARC bestanden wurden. Steht dreimal „pass“, ist die Mail-Seite in Ordnung.
Registrar, DNS, Hosting: was zieht eigentlich um?
Hinter „Domain umziehen“ stecken drei Dinge, die sich einzeln bewegen lassen. Der Registrar ist der Anbieter, bei dem die Domain registriert ist. Der DNS-Anbieter verwaltet die Einträge. Der Hoster stellt die Website aus. Oft ist alles bei einem Anbieter, zwingend ist das nicht.
Bei Finanzberatung Abeska lag der alte Auftritt bei einem Anbieter und die Domain bei einem zweiten. Der neue Auftritt wurde zuerst gebaut und geprüft, danach zogen DNS und Hosting zu Cloudflare um. Diese Reihenfolge hat einen Grund: Der Umzug der Einträge passiert erst, wenn das Ziel steht. Bis dahin läuft die alte Seite unverändert weiter.
Fallstudie Finanzberatung Abeska Von zwei Anbietern zu einer Zuständigkeit
Ihr Mail-Anbieter muss sich dabei nicht ändern. Die MX-Einträge zeigen beim neuen DNS-Anbieter auf denselben Mailserver wie vorher. Ändert sich mit dem Umzug auch die Website, kommt die zweite Liste dazu: die der Seitenadressen und ihrer Weiterleitungen.
Website-Relaunch ohne Rankingverlust Die Umleitungstabelle für die Adressen der Website
Wenn Sie einen Umzug vor sich haben und sichergehen wollen, dass nichts verloren geht, übernehme ich Bestandsliste, Anlage und Prüfung als Teil eines Relaunchs.
Website-Relaunch mit Domain-Umzug Seite, Domain und E-Mail aus einer Hand umziehen
Quellen
- Cloudflare-Dokumentation: Full Setup (Domain zu Cloudflare umziehen)
- Cloudflare-Dokumentation: Time to Live (TTL)
- RFC 7208: Sender Policy Framework (SPF)
- RFC 6376: DomainKeys Identified Mail (DKIM)
- RFC 7489: DMARC
Veröffentlicht am von Enver Eser. Themenfeld: Relaunch & Umzug.
Wie lange dauert ein Domain-Umzug?
Die Arbeit selbst dauert bei einer kleinen Domain meist weniger als einen Tag. Die Umstellung der Nameserver kann laut Cloudflare bis zu 24 Stunden brauchen, bis sie überall angekommen ist. Mit vorher gesenkter TTL greifen spätere Korrekturen an den Einträgen deutlich schneller.
Gehen beim Domain-Umzug E-Mails verloren?
Nicht, wenn die MX-Einträge beim neuen Anbieter vor der Umstellung stehen. Dann nimmt derselbe Mailserver die Mails an wie vorher. Probleme entstehen meist bei ausgehenden Mails, wenn SPF- oder DKIM-Einträge fehlen und eine strenge DMARC-Regel die Mails abweisen lässt.
Was ist eine TTL bei DNS-Einträgen?
Die TTL (Time to Live) legt fest, wie lange andere Server einen Eintrag zwischenspeichern, bevor sie neu nachfragen. Eine lange TTL macht Abfragen schneller, Änderungen brauchen dafür länger, bis sie überall ankommen. Vor einem Umzug senkt man sie deshalb.
Muss ich beim Domain-Umzug den E-Mail-Anbieter wechseln?
Nein. Domain, DNS und E-Mail lassen sich getrennt bewegen. Die MX-, SPF- und DKIM-Einträge zeigen nach dem Umzug auf denselben Mail-Anbieter wie vorher, sie stehen nur bei einem anderen DNS-Anbieter.
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