Relaunch & Umzug
Website-Relaunch ohne Rankingverlust: so behalten Sie Ihre Google-Plätze.
Website-Relaunch ohne Rankingverlust: alle Adressen erfassen, per 301 umleiten, nicht alles auf einmal ändern. Mit echter Umleitungstabelle von wemodo.de.
- Veröffentlicht
- 7. Oktober 2026
- Lesezeit
- 5 Minuten
- Autor
- Enver Eser
Ein Relaunch ist der Ersatz einer bestehenden Website durch eine neue, meist mit neuem Design, neuer Technik und oft neuen Adressen. Für Google ist das ein Umzug. Was die alte Seite an Verlauf, Verlinkung und Vertrauen gesammelt hat, hängt an ihren Adressen.
Die Schritte unten bin ich beim Umzug von wemodo.de selbst gegangen, von Framer auf eigenen Code. Die Beispiele sind echte Zeilen aus der Umleitungstabelle dieser Seite.
Warum verliert eine Website nach dem Relaunch Platzierungen?
Meist, weil alte Adressen nach dem Livegang den Fehler 404 liefern. Google hat diese Adressen im Index, andere Seiten verlinken darauf, Kunden haben sie als Lesezeichen. Meldet die Adresse plötzlich „Seite nicht gefunden“, fällt sie nach und nach aus dem Index. Mit ihr geht, was sie aufgebaut hat.
Dazu kommen drei weitere Ursachen. Seiten fallen beim Neubau weg, weil sie im neuen Design keinen Platz finden. Texte werden gekürzt, bis die Begriffe fehlen, unter denen die Seite gefunden wurde. Oder die Testumgebung geht samt ihrer Sperre für Suchmaschinen live.
Eine gewisse Schwankung ist normal. Google schreibt selbst, dass Platzierungen während eines Umzugs vorübergehend schwanken und mittelgroße Seiten einige Wochen brauchen können, bis die neuen Adressen erscheinen. Ziel ist, dass es bei dieser Schwankung bleibt.
Schritt 1: Alle bestehenden Adressen erfassen
Die Grundlage ist eine vollständige Liste aller Adressen der alten Seite. Drei Quellen ergänzen sich:
- Die Sitemap der alten Seite, meist unter /sitemap.xml. Sie zeigt, was die Seite selbst als wichtig meldet.
- Die Google Search Console unter „Seiten“ und „Leistung“. Dort steht, welche Adressen indexiert sind und welche Klicks bekommen.
- Adressen, die nirgends mehr verlinkt sind, aber noch existieren: alte Aktionsseiten, PDFs, Bilder aus der Google-Bildersuche.
Bei wemodo.de ergab diese Bestandsaufnahme 13 indexierte Adressen: Startseite, Blogübersicht, sechs Blogbeiträge, eine FAQ-Seite, eine Kontaktseite und drei Landingpages. Das ist mehr, als man der Seite auf den ersten Blick ansieht. Ohne Liste wären mindestens die Landingpages untergegangen.
Schritt 2: Die gleiche Adresse behalten, wo es geht
Die beste Umleitung ist die, die es nicht braucht. Bleibt eine Adresse gleich, ändert sich für Google nur der Inhalt dahinter. Verlinkungen und Verlauf bleiben, wo sie sind.
Die sechs Blogbeiträge von wemodo.de habe ich deshalb unter genau denselben Adressen nachgebaut. Ein Slug wie „warum-deine-website…“ duzt noch, obwohl die neue Seite siezt. Er bleibt trotzdem, weil die Adresse mehr wert ist als die Kosmetik.
Neue Adressen lohnen sich nur, wo die alte Struktur im Weg ist, etwa wenn Seiten zusammengelegt oder Bereiche neu geordnet werden.
Schritt 3: Eine Umleitungstabelle mit 301
Ein 301-Redirect ist eine dauerhafte Weiterleitung. Der Server antwortet auf die alte Adresse mit „dauerhaft umgezogen nach …“, und Browser wie Suchmaschinen folgen. Google empfiehlt für Umzüge dauerhafte Weiterleitungen und rät, sie so lange wie möglich bestehen zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr.
Für jede Adresse, die sich ändert, steht in der Tabelle genau ein Ziel. Das Ziel ist die inhaltlich nächste neue Seite. So sieht die Tabelle für wemodo.de aus:
| Alte Adresse (Framer) | Neue Adresse | Art |
|---|---|---|
| /contact | /kontakt | 301 |
| /faq | /#faq | 301, die Fragen stehen jetzt auf der Startseite |
| /webdesign-muenchen | /leistungen | 301, vorläufig |
| /webdesign-stuttgart | /leistungen | 301, vorläufig |
| /webdesign-handwerker | /webdesign-handwerker | gleiche Adresse, als neue Branchenseite |
| /blog | /blog | gleiche Adresse, nachgebaut |
| /blog/webdesign-kein-geschmack-sondern-psychologie | /blog/webdesign-kein-geschmack-sondern-psychologie | gleiche Adresse, nachgebaut |
Zwei Regeln gehören dazu. Erstens keine Ketten: Leitet A auf B und B später auf C, zeigt A direkt auf C. Zweitens keine Sammelumleitung aller alten Adressen auf die Startseite. Wer eine bestimmte Seite gesucht hat, findet dort nicht, was er wollte.
Die beiden Städteseiten sind ein Sonderfall. Ihr Inhalt passt nicht mehr zur Positionierung von Wemodo mit Sitz in Burgau. Bis sie neu geschrieben sind, leiten sie auf die Leistungsübersicht. Eine 301 lässt sich später wieder herausnehmen, ein gelöschter Inhalt ohne Ziel ist dagegen verloren.
Schritt 4: Nicht alles gleichzeitig ändern
Je weniger sich gleichzeitig ändert, desto leichter findet Google die neue Seite wieder. Wer Design, Technik, Adressen, Titel und Texte am selben Tag austauscht, ändert jedes Signal auf einmal. Fällt eine Seite danach ab, weiß niemand, woran es lag.
In der Praxis heißt das: Die Inhalte, die bisher gefunden wurden, ziehen beim Relaunch weitgehend mit. Seitentitel und Hauptüberschriften der Seiten mit Klicks behalten ihre Suchbegriffe. Überarbeitet wird danach, Seite für Seite, wenn die neue Seite stabil im Index steht.
Dasselbe gilt für Umbauten nach dem Relaunch. Bei Finanzberatung Abeska habe ich im August 2026, einige Wochen nach dem Relaunch, sechs Landingpages auf vier reduziert und den Ortsnamen aus den Adressen der Themenseiten genommen. Fünf alte Adressen leiten seitdem per 301 auf ihre Nachfolger, etwa /baufinanzierung-guenzburg auf /baufinanzierung.
Fallstudie Finanzberatung Abeska Wie der Relaunch dort ablief und warum er sich lohnte
Schritt 5: Vor dem Livegang prüfen
- Jede Adresse aus der Bestandsliste einmal aufrufen. Sie liefert entweder die Seite selbst oder eine 301 auf ein sinnvolles Ziel, nie einen 404.
- Keine Sperre aus der Testumgebung übernehmen: kein „noindex“ im Kopf der Seiten, und die robots.txt erlaubt das Crawlen.
- Canonical-Angaben zeigen auf die echte Domain, nicht auf die Testadresse.
- Die neue Sitemap enthält nur Adressen, die direkt antworten, keine umgeleiteten.
- Interne Links zeigen auf die neuen Adressen statt auf alte, die erst umgeleitet werden.
Bei wemodo.de habe ich das vor dem Livegang lokal durchgespielt. Alle 13 alten Framer-Adressen sind abgedeckt: entweder unter derselben Adresse nachgebaut oder per 301 umgeleitet.
Schritt 6: Nach dem Umzug die Search Console beobachten
Die Arbeit endet nicht mit dem Livegang. In den Wochen danach zeigt die Search Console, ob Google die neuen Adressen aufnimmt.
- Die neue Sitemap einreichen, damit Google die neuen Adressen schnell findet.
- Unter „Seiten“ auf neue 404-Fehler achten. Jeder neue 404 ist eine Zeile, die in der Umleitungstabelle fehlt.
- Unter „Leistung“ Klicks und Impressionen der wichtigsten Seiten mit dem Zeitraum vor dem Umzug vergleichen.
- Bei einem Wechsel der Domain zusätzlich das Tool zur Adressänderung nutzen. Bei einem Relaunch auf derselben Domain ist es nicht vorgesehen.
Die Umleitungen bleiben stehen. Google rät zu mindestens einem Jahr. Ich lasse sie dauerhaft, denn sie kosten nichts, und alte Links in E-Mails, Branchenverzeichnissen und Lesezeichen leben länger als jede Frist.
Zieht mit dem Relaunch auch die Domain zu einem anderen Anbieter, kommt eine zweite Liste dazu: die der DNS-Einträge, an denen Ihre E-Mails hängen. Dazu gibt es einen eigenen Beitrag über den Domain-Umzug ohne E-Mail-Ausfall.
Was eine Umleitungstabelle nicht leisten kann
Eine Umleitungstabelle bewahrt, was da ist. Bessere Platzierungen garantiert sie nicht. Die kommen, wenn überhaupt, von dem, was der Relaunch an Inhalt und Technik mitbringt, und das zeigt sich erst nach dem Umzug. Ob sich der Aufwand im Einzelfall lohnt, ist eine eigene Frage.
Wann sich ein Relaunch nicht lohnt Prüffragen, bevor Sie neu bauen lassen
Wenn Sie einen Relaunch planen und Ihre bisherigen Adressen behalten wollen, sehen Sie sich an, wie ich dabei vorgehe.
Website-Relaunch mit Wemodo Bestandsaufnahme, Umleitungstabelle und Umzug aus einer Hand
Quellen
- Google Search Central: Website mit URL-Änderungen umziehen
- Google Search Central: Weiterleitungen und die Google Suche
Veröffentlicht am von Enver Eser. Themenfeld: Relaunch & Umzug.
Wie lange sollten 301-Weiterleitungen nach einem Relaunch bestehen bleiben?
Google rät, sie so lange wie möglich aktiv zu lassen, in der Regel mindestens ein Jahr. Ich lasse sie dauerhaft stehen. Alte Links in E-Mails, Verzeichnissen und Lesezeichen funktionieren sonst irgendwann nicht mehr.
Ist ein Rankingverlust nach dem Relaunch normal?
Eine vorübergehende Schwankung ist normal, Google weist selbst darauf hin. Ein dauerhafter Verlust deutet meist auf fehlende Umleitungen, weggefallene Inhalte oder eine vergessene Sperre für Suchmaschinen hin. Die Search Console zeigt, welche Adressen betroffen sind.
Reicht es, alle alten Adressen auf die Startseite umzuleiten?
Nein. Wer eine bestimmte Seite sucht und auf der Startseite landet, findet nicht, was er wollte. Jede alte Adresse sollte auf die inhaltlich passende neue Seite zeigen. Fehlt ein direktes Gegenstück, ist die nächstverwandte Übersichtsseite die bessere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen einer 301- und einer 302-Weiterleitung?
Eine 301 meldet einen dauerhaften Umzug, eine 302 einen vorübergehenden. Bei einem Relaunch kommt die alte Adresse nicht zurück, deshalb ist die 301 richtig. Google empfiehlt für Umzüge dauerhafte Weiterleitungen.
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